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Grüße!!

Hey Leute! Willkommen auf unserem Indien-Blog!
Wir sind Vitali, Horst und Daniel und schreiben hier über unsere Reise nach Indien 2011. Es war eine geile Zeit, viel Spaß beim lesen!
Der Penner in der perlweißen Robe

Uns viel schon nach den ersten Fußmärschen durch die indischen Städte auf, dass wir in unseren schweren Rucksäcken viel zu viele Sachen dabei hatten. Deshalb machten wir bei uns im Zimmer eine Art Basar, jeder breitete auf seinem Bett alle Klamotten aus, die er bei sich trug. Genau sortiert, von der Unterhose, übers Taschenmesser bis zum auf indischen Toiletten überlebenswichtigen Klopapier. Die zwei anderen gingen jeweils rum und kritisierten quasi die Utensilien weg. Resultat der Aktion war eine große Tüte mit Sachen, die wir den vielen armen auf Straße geben wollten, was kein Problem schien, da man sonst im Schnitt nach 5 Metern gehen jeweils mind. eine Hand hingehalten bekam. Doch an diesem heißen Sonntag war alles anders, wir liefen unsere Straße runter, niemand bettelte uns an. Das gleiche nach 500 und 1000 Metern. Wir waren verwirrt. An dem Tag schien Puna seltsamerweise eine bettelfreie Stadt zu sein. Da erinnerten wir uns an eine Hütte an der immer sehr ausgehungerte Bettler saßen. Zwei Männer kauerten davor und wir bückten uns zu ihnen herunter und fingen nach einem freundlichen Namaste (=“Hallo“ in Hindi) unsere Überlasten vor ihnen auszupacken und ihnen die Tüte zu übergeben, vom Puma Pulli, über ein doppeltes Handyladekabel bis zu meiner weißen Oshorobe (siehe O$ho A$chram) war alles dabei. Insgesamt 28 Teile für etwa 200 Euro. Die zwei konnten es gar fassen und wir mussten ihnen wie Aliens vorgekommen sein. Der eine hatte offensichtlich schon länger keine richtigen Zähne mehr im Mund, seine Freude äußerte in Form von Tränen, lautem Gejaule und darin, dass er wirklich sturzbachartig Vitalis münsteraner Lieblings Pulli vollsabberte. Der andere zog sein von Löchern übersätes Hemd aus und meine perlweiße Robe aus der Abendzeremonie des Aschrams an. Das war eine extrem skurrile Situation, inzwischen hatten sich Vertreter von Touristenreisen mit Klemmbrettern um uns versammelt, die uns in vollklimatisierten Bussen nach Goa schicken wollten. Wir knieten immer noch, die Vertreter versuchten auf uns einzureden, nicht mit diesen Menschen, sie schauten herabblickend auf die Bettler hinab. Wir sagten den Busfutzis, dass sie sich verpissen sollten und freuten uns stattdessen vor dieser dreckigen Hütte gemeinsam mit den Pennern die in der Robe aus ihrem Nest herausstrahlten. (Ein Bild von dieser Situation haben wir nur in unserem Kopf, aber glaubt uns, es war ein unglaublicher Kontrast).
26.3.11 14:57
 







Unsere Indienreise 2011